Former German Bank CEO Aims to Become YouTube Star at Age 65

Some bankers try to reinvent themselves by turning into full-time winemakers, opening a restaurant or trading violins. Now, the 65-year-old former chief executive officer of a German regional lender is working hard to become a star on YouTube.

Manfred Herpolsheimer, who used to run Sparkasse Leverkusen in Western Germany, started his own channel in July after giving himself the nickname “Money Manni”. In his clips, he explains the financial world in simple terms, for example by taking a look at loans. He targets people under the age of 30.

“The idea has developed mainly in conversations with young people. They asked for explanatory videos on business and finance in an uncomplicated and understandable language”, said Herpolsheimer, who was CEO for 17 years until 2016. “I really enjoy sharing my experiences, being challenged. Even though that has almost become a full-time job.”

His goal is to put out one clip per week. Sundays are reserved for filming in the basement of his home, where he has set up a studio. Cutting follows on Monday, uploading to YouTube on Tuesday. So far, a total of five videos are available.

Herpolsheimer said in an interview that his aim isn’t to make money from the channel. “But if a sponsor shows up, we will not say no.” His first three videos were watched around 2,500 times during the first two weeks. “My kids say the clicks are not bad for a new YouTube channel.”

GERMAN

“Money Manni” greift bei Youtube an

Der ehemalige Banker Manfred Herpolsheimer will seinen Zuschauern auf Youtube die Welt der Finanzen näher bringen.

Sechzehn Jahre lang leitete er die Sparkasse Leverkusen, doch statt seinen Ruhestand zu genießen, will er nun wöchentlich einen Clip veröffentlichen.

Von seiner Zielgruppe könnte Manfred Herpolsheimer nicht weiter entfernt sein: Weiße Haare, schwarzes Sakko, elegante Brille. Nicht nur phänotypisch entspricht der 65-jährige Sauerländer dem Bild eines Sparkassendirektors im Ruhestand – er ist es auch. Er könnte also Rosen züchten, die Welt bereisen, die freie Zeit genießen.

Herpolsheimer aber hat sich vorgenommen, “ein Youtube-Star” zu werden, wie es am Mittwoch sogar die Finanznachrichtenagentur Bloomberg vermeldet. Als “Money Manni” – ja, so nennt er sich – will er seinen Zuschauern die “manchmal kompliziert wirkende Welt der Finanzen näher bringen”. Dass er sich damit auskennt, ist keine Frage: Sechzehn Jahre lang war er Chef der Sparkasse Leverkusen, erzählt er in seinem ersten Video, das er im Juli online gestellt hat.

In dem Filmchen streift er um die Firmenzentrale der Sparkasse und betet seinen Lebenslauf herunter: 40 Ehrenämter habe er gehabt, sei Mitglied verschiedener Ausschüsse gewesen, habe sogar “Kontakte zur Frankfurter Wertpapierbörse”. Die Idee sei im Gespräch mit jungen Erwachsenen entstanden. Sie wünschten sich Erklärvideos zur Wirtschaft in unkomplizierter Sprache, sagt Herpolsheimer. “Ich war erst sehr skeptisch und habe mich gefragt: Wer soll das denn kucken?” Tochter und Sohn, beide Mitte zwanzig und Gründer einer Werbeagentur, hätten ihn dann überzeugt. Nun aber sei die Resonanz sehr gut, und es mache “riesigen Spaß, Erfahrungen weiterzugeben”.

Pro Woche will er einen Clip veröffentlichen. Immer sonntags wird im heimischen Keller mithilfe der Kinder gedreht. Dort hat Herpolsheimer eine Kulisse eingerichtet, samt Sofa und Stehlampe. Der Schnitt folgt am Montag, am Dienstag wird hochgeladen. Die ersten drei Videos – über Kredite aller Arten – wurden in den ersten zwei Wochen immerhin rund 2500 Mal gesehen – für den Anfang nicht schlecht.

Herpolsheimer ist längst nicht mehr allein mit seinem Angebot: Auch bei Geldanlagen wandert die Informationsaufnahme zunehmend ins Netz. Auf Youtube gibt es bereits eine Reihe ernst zu nehmender Angebote zum Thema Geldanlage, etwa den Kanal “Finanzwesir”, der sich an Leute richtet, die über ihre Geldanlage selbst entscheiden; oder “Miss Moneypenny” sowie die “Geldfrau”, die sich mit dem Thema Frauen und Geldanlage beschäftigen.

“Immer eine gute Sache”

Wird sich der Ex-Sparkassenchef aber auch trauen, sein Insiderwissen über den Bankvertrieb preiszugeben? In seinen ersten Videos spult er noch eher unkritisch herunter, was auch ein Bankberater erzählen würde, wenn er jemand einen Kredit verkaufen möchte – er erzählt, dass eine eigene Immobilie eine ganz tolle Sache ist und dass auch ein Konsumentenkredit nur “zeitlich vorgezogenes Sparen” sei.

Etwas zu kurz kommen die Fallstricke, etwa dass viele Banken ihren Kunden zum Kredit auch noch teure und oft nutzlose Restschuldversicherungen aufschwatzen. Herpolsheimer sagt dazu, sein Kanal müsse sich noch entwickeln, aber schlechtmachen werde er den Beruf des Bankers jedenfalls nicht. Dazu sei er zu gerne Banker gewesen. Beim Sparkassen-Dachverband DSGV ist man daher entspannt. Es sei “immer eine gute Sache, wenn kundige Menschen sich die Mühe machten, komplexe Finanzfragen einfach zu erklären”, hieß es dort. Geld will Herpolsheimer damit nicht unbedingt verdienen. Doch sollte sich ein Sponsor melden, dann sage man nicht Nein. Wirklich nötig hätte er das nicht: Als der Manager 2016 offenbar nach einem Dissens mit dem Verwaltungsrat vor Ablauf seines Vertrags bei der Sparkasse aufhörte, ging er mit “goldenem Handschlag”, wie es die Rheinische Post formulierte. Unter anderem erhielt er eine Einmalzahlung von 949 900 Euro. Mit Geld kennt sich der Mann also aus.